Chinesische Mauer
Shownotes
Unvorstellbar lange historische Grenzbefestigung...
Mach's dir bequem und kuschel dich ein!
Dieser Podcast wird durch Werbung finanziert.
Weitere Podcasts, Infos und Angebote unserer Werbepartner:
https://linktr.ee/EinschlafenMitPodcast
Die Episode basiert auf Inhalten von Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Mauer
Inhalte wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.
CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)
Transkript anzeigen
00:00:00: Die chinesische Mauer.
00:00:02: Die chimesische Mower ist eine historisch gewachsene Schutzanlage zur Grenzsicherung, die unter anderem während der Ming-Dynastie zwischen thirteenhundertachtundsechzig und sechzehnhundertvierundvierzig im Norden Chinas errichtet wurde.
00:00:19: Im Chinesischen wird sie oft als große Mauer bezeichnet.
00:00:24: Das Bauwerk besteht aus zahlreichen Abschnitten die zu unterschiedlichen Zeiten und mit variierenden Bautechniken entstanden sind.
00:00:33: Während die breiten, begehbaren Mauern im Norden von Peking aus dem sechzehnten Jahrhundert das heute weltweit bekannte Bild prägen wurden andere Befestigungen – insbesondere im Westen des Landes – häufig aus festgestampftem Lehm errichtet.
00:00:52: Diese imposante Anlage hat sich über die Jahrhunderte zu einem zentralen Sinnbild Chinas entwickelt.
00:01:00: Aktuelle Messungen geben die Gesamtlänge der verschiedenen Schutzanlagen mit über zwanzigtausend Kilometern an, was die gewaltige Dimension dieses historischen Verteidigungssystems unterstreicht.
00:01:14: Zehntausend li lange Mauer.
00:01:18: Der traditionelle chinesische Name lautet übersetzt Zehntausend li lange Mauer, wobei die Lengeneinheit Li etwa fünfhundert Meter entspricht.
00:01:29: Rechnerisch ergelbe dies eine Strecke von ca.
00:01:32: fünftausend Kilometern.
00:01:34: Dieser Ausdruck ist jedoch eher im übertragenen Sinne zu verstehen da die Zahl zehntausend im chinesischen Sprachraum oft als Metapher für Unendlichkeit oder eine unzählbare Menge verwendet wird.
00:01:49: Die Bezeichnung beschreibt somit eine unvorstellbar lange Mauer, die sich über weite Teile des Landes erstreckt.
00:01:57: Diese sprachliche Besonderheit findet sich auch in anderen Begriffen wieder, die eine ewige Dauer oder unendliche Ausdehnung ausdrücken sollen.
00:02:07: Es geht weniger um eine mathematisch präzise Angabe der tatsächlichen Länge als vielmehr um die Würdigung der gewaltigen Ausmaße des gesamten Baukomplexes.
00:02:20: Große Mauer oder große Mauern?
00:02:23: Das Errichten von Wellen und Mauern zur Grenzziehung hat in China eine sehr lange Tradition, die weit über zwei Jahrtausende zurückreicht.
00:02:34: Schon in der Zeit der Frühlings- und Herbstanalen sowie während der Epoche der Streitenden Reiche begannen die einzelnen Staaten damit, Grenzbefestigungen zum Schutz ihres Territoriums zu errichten.
00:02:48: Historische Überlieferungen berichten dass der erste Kaiser von China Qin Shi Huang Di um das Jahr zweihundertzwanzig vor Christus eine lange Mauer von über zehntausend Li an der Nordgrenze anlegen ließ.
00:03:03: In Europa herrschte vom siebzehnten bis ins neunzehnte Jahrhundert die Vorstellung, dass die heute sichtbaren Befestigungen bei Peking bereits unter diesem ersten Kaiser entstanden seien und die gesamten Nordgrenzen lückenlos sicherten.
00:03:20: Die moderne Forschung hat jedoch gezeigt, dass diese Annahme nicht den Tatsachen entspricht.
00:03:26: Es hat sich herausgestellt das die ikonische Mauer aus Ziegelsteinen wesentlich jüngeren Datums ist und ältere Verteidigungswerke oft ganz anderen Linien folgten.
00:03:39: In China ist es daher heute üblich alle historisch im Norden errichteten Grenzbefestigungen zusammenfassend als Zehntausend Liemauern zu bezeichnen.
00:03:50: Im Englischen wird hierfür meist der Singular Great Wall verwendet, während man im Deutschen den Begriff chinesische Mauer als Sammelbegriff für all diese unterschiedlichen Anlagen nutzt.
00:04:04: Dabei muss berücksichtigt werden, dass die verschiedenen Abschnitte aus völlig unterschiedlichen Epochen stammen.
00:04:11: Zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte bildeten sie ein einheitliches zeitgleich funktionierendes Mauersystem.
00:04:19: Die einzelnen Bauwerke wurden von verschiedenen Dynastien mit jeweils eigenen strategischen Zielen errichtet.
00:04:27: In der wissenschaftlichen Betrachtung unterscheidet man heute zwischen den verschiedenen Bollwerken früherer Zeiten und der großen Mauer der Ming-Zeit im klassischen Sinn.
00:04:38: Letztere wurde über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren in aufeinanderfolgenden Abschnitten erbaut, wobei sich die Bauweise je nach lokaler Verfügbarkeit von Materialien und strategischer Bedeutung des jeweiligen Abschnitts deutlich unterschied.
00:04:55: Diese Differenzierung ist wichtig, um die komplexe Baugeschichte und den schrittweisen Ausbau der Verteidigungsanlagen über die Jahrhunderte hinweg korrekt zu verstehen und einzuordnen.
00:05:09: Ausdehnung & Zustand Im Juni-Zweitausend zwölf veröffentlichte das chinesische Amt für Kulturerbe neue archäologische Daten, nach denen die Gesamtlänge aller historischen Schutzmauern zusammengenommen etwa einundzwanzigtausend einhundertsechsundneunzig Kilometer beträgt.
00:05:31: Hinsichtlich ihrer Masse und ihres Volumens gilt besonders der Abschnitt aus der Mingzeit als das größte Bauwerk der Welt.
00:05:41: Dieses System umfasst eine Hauptmauer von etwa zwei tausend vierhundert Kilometern Länge sowie zahlreiche Nebenarme und nicht miteinander verbundene Teilstücke.
00:05:54: Die Gesamtanlage erstreckt sich über fünfzehn verschiedene Provinzen, autonome Gebiete und Städte – darunter Peking, Tianjin die innere Mongolai-Ganzu.
00:06:07: Ein spezifischer Abschnitt zwischen Shanhai Guan wird im Guinness-Buch der Rekorde mit einer Länge von drei Tausend vierhundertsechzig Kilometern als längste Mauer der Welt geführt.
00:06:20: Heutzutage wird die Anlage durch staatliche Mittel kontinuierlich restauriert, um sie für die Nachwelt zu erhalten.
00:06:28: Besonders in der Nähe von Peking befindet sich ein etwa sechshundert Kilometer langer Teilabschnitt – in einem vergleichsweise guten Zustand.
00:06:37: Für Besucher sind derzeit vier Hauptbereiche zugänglich gemacht worden.
00:06:42: Der wohl bekannteste restaurierte Teil liegt bei Badaling, etwa siebzig Kilometer nordwestlich der Hauptstadt.
00:06:51: Weitere beliebte Ziele für den Tourismus sind die Abschnitte Mutian Yu, Simatai und Yu Yongguan.
00:07:00: Aufgrund des stetig wachsenden Interesses gibt es Pläne, die bereits erschlossenen Areale zu erweitern und zusätzliche Abschnitte wie Huanghua Cheng für die Öffentlichkeit vorzubereiten.
00:07:13: Während diese touristischen Zentren glänzen, werden entlegenere Teile oft vernachlässigt oder sind durch Umwelteinflüsse stark gezeichnet.
00:07:24: Geschichte Die Geschichte der chinesischen Grenzbefestigungen erstreckt sich über mehrere Jahrtausende das Reich gegen äußere Bedrohungen und Einfälle zu schützen.
00:07:43: Frühe große Mauern!
00:07:46: Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass die ersten großen Verteidigungswelle bereits im siebten Jahrhundert vor Christus errichtet wurden.
00:07:55: Zu den ältesten bekannten Funden zählen die Befestigungen des Qi-Herzogthums in der heutigen Provinz Shandong sowie die Anlagen des Königreichs Chu in der Provinzhinnern.
00:08:08: Diese frühen Strukturen entstanden während der Zeit der Frühlings- und Herbstanalen.
00:08:14: In der darauf folgenden Ära der streitenden Reiche, ab der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts vor Christus bauten die verschiedenen chinesischen Teilstaaten weitere mauerartige Anlagen um sich gegenseitig zu bekämpfen oder abzuwehren.
00:08:30: Diese Konstruktionen bestanden primär aus festgestampftem Lehm der zur Stabilisierung mit Schichten aus Stroh und Reisig verstärkt wurde.
00:08:40: Eine Zäsur markiert das Jahr twohundert vierzehn vor Christus, als der erste Kaiser Chin Chi Huang Di nach seiner Expansion über den Gelben Fluss umfangreiche Schutzwelle in Auftrag gab.
00:08:53: Diese sollten das geeinte Kaisereich v.a.
00:08:56: gegen die Xiongnu-Völker aus dem Norden abschirmen.
00:09:00: Im Gegensatz zu früheren Bauwerken wurden diese Mauern oft nicht am Talgrund sondern strategisch günstig an den Nordhängen der Gebirge knapp unterhalb der Kammlinie platziert.
00:09:13: Da in diesen Höhenlagen Lehm Mangelware war, nutzte man dort vorwiegend aufeinander geschichtete Natursteinplatten.
00:09:21: Auch in den nachfolgenden Jahrhunderten wurden immer wieder neue Abschnitte gebaut oder bestehende Welle erweitert.
00:09:29: Ein bedeutender archäologischer Fund gelang nineteenhundertsieben dem Britenaurel Stein im Bereich der Handynastie.
00:09:38: Er entdeckte zahlreiche beschriftete Bambusstreifen aus dem ersten Jahrhundert vor Christus.
00:09:44: Diese Dokumente enthielten militärische Befehle, Einsatzpläne und Feldpostbriefe der stationierten Soldaten.
00:09:53: Besonders aufschlussreich waren die Informationen über ein optisches Kommunikationssystem.
00:09:59: Über Signaltürme, die der eigentlichen Mauer vorgelagert waren konnten am Tag Rauchsignale und in der Nacht Feuersignale übermittelt werden.
00:10:10: Dieses Frühwarnsystem ermöglichte es, Informationen über nahende Angreifer schnell bis zu den weit entfernten Garnisonen im Hinterland weiterzuleiten.
00:10:21: Durch einen speziellen Kot konnten sogar Details wie die ungefähre Anzahl der Feinde und deren Entfernung präzise kommuniziert werden – was die Verteidigungsfähigkeit des Reiches erheblich steigerte!
00:10:36: Die große Mauer der Ming-Zeit.
00:10:39: Während der Mingdynastie begann eine neue Phase intensiver Bautätigkeit an den Grenzbefestigungen, die fourteenhundertzweiundvierzig mit der Errichtung von Wellen auf der Halbinsel Liaodong ihren Anfang nahm.
00:10:56: Ab vierzehnhundertseinhalbzig folgten umfangreiche Arbeiten auf dem Ordos Plateau.
00:11:02: Bis zum Mitte des sechzehnten Jahrhunderts wurden an vielen strategischen Punkten besonders in der Region nördlich von Peking, Welle aus Trockenmauerwerk hochgezogen.
00:11:14: Damals wurden lediglich die wichtigen Durchgänge und Festungen mit Mörtel stabilisiert.
00:11:20: Eine grundlegende Änderung der Bautechnik erfolgte ab fifteenhundertfünfzig als man begann die alten Trockenbauern nörddlich der Hauptstadt durch massive Konstruktionen aus vermördelten Werksteinen zu ersetzen.
00:11:34: In den Jahren zwischen fifteenhundertneunundsechzig und fünfzehnhunderteinundsiebzig ergänzte man die Anlage um etwa eintausend zweihundert Ziegeltürme, die fortan als Waffenlager Unterkünfte- und Signaleinrichtungen dienten.
00:11:50: Einige Jahre später ging man dazu über vermehrt Ziegel statt Natursteine für den Mauerbau zu verwenden – eine Praxis, die bis mindestens sechzehnhundertdreiundzwanzig beibehalten wurde.
00:12:03: Eine chemische Besonderheit dieser Bauperiode war der verwendete Mörtel, der aus gebranntem Kalk und einer Beimischung von etwa drei Prozent Klebreis bestand.
00:12:14: Das darin enthaltene Amylopectin sorgte für eine außergewöhnlich hohe Beständigkeit des Mauerwerks gegen Witterungseinflüsse und mechanische Belastungen.
00:12:26: Die Bauweise folgte dem Prinzip des Schalmauerwerkes bei dem nur die äußeren Wände gemauert waren während der Zwischenraum mit einer Mischung aus Lehm, Sand und Schotter aufgefüllt wurde.
00:12:38: Der Verlauf der Mauer orientierte sich konsequent an den Bergkämmen was den Transport der Materialien und die Bauarbeiten in dem unwegsamen Gelände extrem erschwerte.
00:12:50: Die Abmessungen dieser spätmittelalterlichen Mauern variieren stark.
00:12:55: Im Raum Peking erreichen sie an der Basis oft eine Breite von zehn Metern während die Krone zwischen vier und acht Metern misst.
00:13:04: Die Höhe schwankt üblicherweise zwischen sechs und neun Metern, die Wachtürme ragen im Durchschnitt zwölf Meter impur und wurden in regelmäßigen Abständen von wenigen hundert Metern platziert.
00:13:18: Die Existenz dieses gewaltigen Bauwerks wurde in Europa erstmals durch eine Karte des flämischen Kartografen Abraham Ortelius aus dem Jahr fifteenhundertvierundachzig bekannt.
00:13:31: Diese Karte, die als erste in Europa gedruckte Darstellung Chinas gilt zeigte bereits eine Mauer mit Türmen deren Stil den Bauten der Ming-Zeit entsprach.
00:13:43: Ortelius unterschätzte zwar die tatsächliche Breite gab die Länge jedoch mit etwa zwei tausend dreihundertsechsunddreißig Kilometern erstaunlich genau an.
00:13:54: Der lateinische Begleittext beschrieb das Bauwerk als eine Schutzmauer zwischen den Bergkämmen die der König von China zum Schutz gegen die Invasionen der Tataren errichtet hatte.
00:14:07: Weitere Befestigungsruinen Neben den bekannten Abschnitten existieren zahlreiche weitere Ruinen und befestigungsreste, die oft erst spät wissenschaftlich untersucht wurden.
00:14:21: Während ihrer großen Expedition zwischen nineteenhundertsiebenundzwanzig und neunzehnhundertfünfunddreißig erforschten Sven Hedin und Volke Bergmann den Verlauf der historischen Seidenstraße.
00:14:35: Dabei stießen sie in der Wüste Lobnoa auf die Überreste eines alten Signalturms, den Bergmann, in seinen Aufzeichnungen beschrieb.
00:14:47: Die Forscher sahen in diesem Fund zunächst nur einen Beleg für den Verlauf alter Handelsrouten.
00:14:53: Erst viel später nachdem chinesische Wissenschaftler diese Berichte um das Jahr zweitausend studiert hatten wurde die Bedeutung dieser Fundstelle neu bewertet.
00:15:04: Anfang Jahrzehntausendeins suchte ein Team den beschriebenen Turm auf, der sich fast fünfhundert Kilometer westlich der bekannten Festung Jiayuguan befindet.
00:15:16: Es wird vermutet dass solche Türme gezielt errichtet wurden um die mittlere Route der Seidenstraße zu sichern – auf der Karawanen mit wertvollen Gütern nach Westen reisten!
00:15:28: Im Zuge des wachsenden Interesses an der chinesischen Mauer entstand die Theorie, dass diese Ruinen eine westliche Fortsetzung der Ming-Mauer darstellen könnten.
00:15:39: In der Geschichte Chinas gab es eine Vielzahl von Grenzbefestigungen, die von unterschiedlichen Dynastien und Staaten errichtet wurden.
00:15:48: Beispielsweise baute das Herzog Tumqi bereits zwischen siebenhundertzwanzig und zweihundertundzwanziger vor Christus eigene Schutzwelle in der Region Shandong.
00:16:01: Auch das Königreich Chao und der Staat Wei errichteten in der Zeit der streitenden Reiche umfangreiche Befestigungen aus Stein oder Erde.
00:16:11: Die erste große Mauer unter Kaiser Qin Shi Huang Di am Ende des dritten Jahrhunderts vor Christus verband oft bereits bestehende Teilstücke früherer Reiche.
00:16:22: Spätere Dynastien wie die Han erweiterten das System weit nach Westen bis in die Gegend von Lulan.
00:16:30: Auch in den nachfolgenden Epochen, etwa unter dem nördlichen Weih, den Sui oder den Tang wurden immer wieder neue Mauern und Grenzmarkierungen angelegt.
00:16:42: Sogar die Song-und die Liaodynastie unterhielten eigene Verteidigungslinien.
00:16:48: Ein interessantes Beispiel für eine spätere Grenzmarkierung ist die Weidenpalisade der Manschuhzeit – und sixteenhundertundachtzig entstand.
00:17:01: Mit über ein tausend Kilometern Länge diente sie jedoch eher als leicht befestigte Markierung, und wird heute nicht zum System der großen Mauern im engeren Sinne gezählt.
00:17:12: Ebenso existiert in Südchina eine Grenzmauer die zur Zeit der Ming-Dynastie zum Schutz gegen lokale Stämme errichtet wurde.
00:17:21: Die Vielfalt dieser Bauwerke zeigt dass das Konzept der Grenzsicherung durch Welle über fast alle Epochen der chinesischen Geschichte hinweg eine zentrale Rolle spielte.
00:17:33: Viele dieser Anlagen sind heute nur noch als verwitterte Erdwelle oder verstreute Steinhaufen in der Landschaft erkennbar, doch sie zeugen von der gewaltigen organisatorischen Leistung der jeweiligen Herrscher.
00:17:47: Die archäologische Erfassung all dieser Reste ist ein fortlaufender Prozess, der immer wieder neue Erkenntnisse und den strategischen Nutzen der verschiedenen Verteidigungssysteme liefert.
00:18:01: Die Komplexität dieser Baugeschichte macht deutlich, dass es nicht die eine Mauer gibt sondern eine Vielzahl von Schutzbauten, die über Jahrtausende hinweg entstanden sind – die große Mauer der Ming-Zeit als Weltkulturerbe.
00:18:19: Die UNESCO erkannte im Jahr nineteenhundertsiebenundachzig die herausragende historische Bedeutung der Anlage an und erklärte die Abschnitte Badaling, Shanhai Guan und Jiayuguan zum Weltkulturerbe.
00:18:37: Während touristisch genutzte Bereiche heute sorgfältig gepflegt und zum Teil aufwendig restauriert werden befinden sich weite Teile des Bauwerks in einem besorgniserregenden Zustand.
00:18:50: In ländlichen Regionen nutzen Anwohner die Mauerfragmente gelegentlich als Quelle für Baumaterial um Häuser oder Straßen zu errichten.
00:19:00: Auch Vandalismus durch Graffiti und Abrissarbeiten für moderne Bauprojekte haben dem Denkmal in der Vergangenheit zugesetzt.
00:19:09: Seit Jahrzehntausend sechs greifen strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen, die unter anderem die Nutzung der Mauer als Steinbruch unter Strafe stellen.
00:19:19: Organisationen wie die Gesellschaft der großen chinesischen Mauer engagieren sich intensiv für die Dokumentation und den Erhalt der verbleibenden Bausubstanz.
00:19:30: Im Jahr seven wurde das Bauwerk im Rahmen einer weltweiten privaten Initiative zu einem der sieben neuen Weltwunder gewählt.
00:19:40: an dieser Abstimmung beteiligten sich rund Siebzig Millionen Menschen.
00:19:45: diese Wahl stieß jedoch auf Kritik von offizieller Seite.
00:19:50: die UNESCO distanzierte sich von der Kampagne und betonte, dass die Abstimmung nicht nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt sei.
00:19:58: Auch Länder wie Ägypten äußerten Unmut über diese Form der Popularisierung des kulturellen Erbes.
00:20:05: Dennoch hat die Wahl dazu beigetragen, das internationale Bewusstsein für den Schutz dieses einzigartigen historischen Monuments weiterzuschärfen.
00:20:15: Sichtbarkeit aus dem Weltraum.
00:20:18: Ein weit verbreiteter Mythos besagt dass die chinesische Mauer das einzige von Menschenhand geschaffene Bauwerk sei Dass man mit bloßem Auge aus dem Weltraum sehen könne.
00:20:30: Diese Behauptung hält einer wissenschaftlichen Prüfung jedoch nicht stand.
00:20:35: Die Sichtbarkeit eines Objekts aus großer Entfernung hängt nicht von seiner Gesamtlänge, sondern von seiner Breite ab.
00:20:43: Da die Mauer nur wenige Meter breit ist verhält sie sich für das Auge wie eine gewöhnliche Straße, die aus dem Orbit ebenfalls nicht ohne Hilfsmittel erkennbar ist.
00:20:54: Bisher hat kein Astronaut bestätigt, die Mauer der Ming-Zeit während eines Raumfluges mit bloßem Auge gesehen zu haben.
00:21:03: Unter außergewöhnlich günstigen Bedingungen – wenn die Sonne sehr tief steht – könnte höchstens der lange Schattenwurf der Mauer als schmales dunkles Band sichtbar werden.
00:21:14: Der erste chinesische Raumfahrer Yang Liwei erklärte nach seiner Rückkehr im Jahr dass er die Mauer trotz der klaren Sicht nicht entdecken konnte.
00:21:27: Ähnlich äußerten sich US-Astronauten bereits nach den Apollo-Missionen und bezeichneten die Sichtbarkeit als unmöglich, zwar gelang es Leroy Chiao im Jahr zwei Tausend Fünf das Bauwerk von der internationalen Raumstation ISS aus zu fotografieren doch nutzte er hierfür eine Kamera mit einem einhundertachzig Millimeter Teleobjektiv.
00:21:51: Selbst während der Aufnahme war er sich unsicher, ob er das richtige Ziel im Suche hatte – da die Struktur mit bloßem Auge unsichtbar blieb.
00:22:01: Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Definition des Weltraums.
00:22:05: Während sich Raumstationen meist in einer Höhe von dreihundert bis sechshundert Kilometern befinden, ist die Entfernung zum Mond mit etwa dreihundert-achtzigtausend Kilomettern um ein vielfaches größer.
00:22:19: Von dort aus ist es völlig ausgeschlossen die Mauer ohne optische Unterstützung wahrzunehmen.
00:22:26: Die Mauer als Thema in der Kunst Das Motiv der großen Grenzbefestigung hat über die Jahrhunderte hinweg Eingang in zahlreiche künstlerische und literarische Werke gefunden.
00:22:39: In der Literatur verarbeitete Franz Kafka das Thema Während Max Frisch nineteenhundertsechsundvierzig ein gleichnamiges Drama verfasste.
00:22:55: Auch in der modernen Popkultur spielt das Bauwerk eine Rolle, etwa als zentrales Element im Action-Fantasy Film The Great Wall aus dem Jahr zwei Tausend Siebzehn.
00:23:07: Im Bereich der Aktionskunst erlangte die Performance the Lovers im Jahr neunzehntundachtachzig große Bekanntheit.
00:23:16: Dabei wanderten die Künstler Marina Abramowicz und Ulei von verschiedenen Enden der Mauer aufeinander zu, um sich in der Mitte symbolisch zu begegnen und voneinander zu verabschieden.
00:23:30: Die chinesische Mauer ist ein Komplexes über Jahrtausende gewachsenes System aus verschiedensten Epochen – das als eindrucksvolle Symbol für die chinesischen Geschichte und den jahrhundertelangen Kampf um Sicherheit und Souveränität steht.
00:23:48: Als bedeutendes Weltkulturerbe, begehrtes Reiseziel sowie als Inspirationsquelle für Kunst- und Literatur nimmt sie heute einen festen Platz im globalen kulturellen Gedächtnis ein.
Neuer Kommentar