Darién-Projekt
Shownotes
Schottischer Kolonisierungsversuch in Panama...
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Die Episode basiert auf Inhalten von Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Dari%C3%A9n-Projekt
Inhalte wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.
CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)
Transkript anzeigen
00:00:01: Das Darien-Projekt.
00:00:04: Das Darianprojekt war das ambitionierte Vorhaben, am Ende des siebzehnten Jahrhunderts eine eigenständige schottische Kolonie in Panama zu errichten.
00:00:17: Ziel war es durch einen Handelsstützpunkt am Istmus von Darien den Reichtum des Landes zu mehren.
00:00:25: Das Vorhabem scheiterte jedoch auf katastrophale Weise und brachte das Königreich Schottland an den Rand des finanziellen Ruins.
00:00:35: Diese wirtschaftliche Notlage schwächte die Position Schottlands gegenüber England erheblich.
00:00:43: Letztlich beschleunigte das Scheitern den politischen Prozess, der im Jahr seventeenhundertsieben zum Zusammenschluss der beiden Königreiche Schottland und England führte.
00:00:56: Aus diesem Bündnis ging schließlich das Königreich Großbritannien hervor, was die Geschichte der Insel nachhaltig veränderte.
00:01:07: Die Company of Scotland.
00:01:12: Im Laufe des siebzehnten Jahrhunderts konnte man beobachten wie England durch seine übersehischen Besitzungen besonders in Nordamerika an wirtschaftlicher Stärke gewann.
00:01:24: Seit dem Jahr sixteenhundert drei regierte der König von Schottland in Personalunion auch über England, da die schottischen Sturz den englischen Thron geerbt hatten.
00:01:37: Trotz dieses gemeinsamen Monarchen blieb den schottischem Untertanen der Zugang zu den Englischen Kolonien streng verwährt.
00:01:47: Zu jener Zeit unterstanden kolonien der Verwaltung mächtige Handelskompanien, die über ein königliches Patent verfügten.
00:01:56: Dieses Patent verlieh ihnen das alleinige Recht über die wirtschaftliche Beteiligung an einer Kolonie zu entscheiden.
00:02:05: Da Schotten rechtlich nicht als englische Bürger galten, blieben sie von diesen Märkten systematisch ausgeschlossen.
00:02:13: Ein schottischer Finanzexperte namens William Patterson – der in London bereits die Bank of England mitbegründet und dort ein erhebliches Vermögen erwirtschaftet hatte – glaubte jedoch eine Lösung für dieses Problem gefunden zu
00:02:28: haben.".
00:02:30: Er schlug die Gründung der Company of Scotland vor, einer eigenständigen schottischen Handelsgesellschaft, die eine Kolonie in Darien im Gebiet des heutigen Panama etablieren sollte.
00:02:44: Im November sixteenhundertfünfundneunzig wurde das Subscriptionsbuch der Gesellschaft in London eröffnet um die beträchtliche Finanzkraft des englischen Geldmarktes für das Vorhaben zu nutzen.
00:02:59: Innerhalb kürzester Zeit war das angestrebte Volumen von knapp dreihunderttausend Pfund bereits fest zugesagt.
00:03:08: Doch dieser schnelle Erfolg führte unmittelbar zur ersten großen Krise des Projekts.
00:03:15: Im Geiste des Merkantilismus herrschte die Ansicht vor, dass der Reichtum einer Nation nur auf Kosten einer anderen wachsen könne.
00:03:24: Englische Kaufleute und vor allem die einflussreiche britische Ostindienkompanie sahen ihre privilegierte Stellung durch die schottische Initiative bedroht.
00:03:35: Die Angelegenheit wurde daraufhin im House of Lords eingehend diskutiert, den englischen Vorständen der neuen Handelsgesellschaft drohte man sogar mit empfindlichen Strafen sollten sie das vorhaben weiter unterstützen.
00:03:52: eine Delegation aus Vertretern beider Kammern des englischem Parlaments reiste schließlich zu König William in die Niederlande um einen offiziellen Protest gegen das Projekt einzureichen.
00:04:04: Der König gab dem Druck nach und unterzeichnete ein Dokument, in dem er sein Bedauern ausdrückte und erklärte dass er in dieser schottischen Angelegenheit schlecht beraten worden sei.
00:04:17: Nachdem die Idee eines gemeinsamen schottisch-englischen Unternehmens damit gescheitert war beschloss die Company of Scotland und ohne englische Hilfe fortzusetzen.
00:04:32: Ein Gesetz des schottischen Parlaments autorisierte die Gesellschaft dazu, die Suche nach Investoren im Februar-Sechzehnhundertsechsundneunzig in Schottland neu zu beginnen.
00:04:44: Die Begeisterung im Land war überwältigend – bereits am ersten Tag wurden Anteile im Wert von über fünfzigtausend Pfund gezeichnet.
00:04:54: Da die Errichtung einer eigenen Kolonie Nun als ein wichtiges nationales Projekt verstanden wurde, beteiligten sich nicht nur adlige und wohlhabende Kaufleute sondern auch Städte, Gilden und Menschen mit bescheidenen finanziellen Mitteln an der Finanzierung.
00:05:13: Das Ziel eine Summe von vierhunderttausend Pfund aufzubringen wurde nahezu vollständig erreicht als die Subscriptionsliste im August sixteenhundertsechsundneunzig geschlossen wurde.
00:05:27: Nur etwa zweitausend Pfund fehlten an der angestrebten Marke.
00:05:31: Mit den bereitgestellten Mitteln wurden Schiffe gechartert, Vorräte beschafft, erfahrene Seeleute angeheuert und Siedler für die geplante Kolonie angeworben.
00:05:43: Man wählte für die Ansiedlung den Namen New Caledonia womit man die alte kältisch-lateinische Bezeichnung für Schottland widerbelebte.
00:05:53: Die Vorbereitungen wurden mit großer Sorgfalt vorangetrieben wobei man versuchte, an alles Notwendige für ein Leben in der Ferne zu denken.
00:06:03: In den Hälfen herrschte geschäftiges Treiben während Kisten mit Werkzeugen, Waffen und Handelsgütern verladen wurden.
00:06:12: Viele der angeworbenen Siedler waren ehemalige Soldaten oder Handwerker die sich in der neuen Welt eine bessere Existenzgrundlage erhofften.
00:06:23: Es herrchte eine Atmosphäre des Aufbruchs, indem man davon träumte Schottland durch den Welthandel zu neuem Glanz zu verhelfen.
00:06:33: Gründung und Untergang der Kolonie, New Caledonia.
00:06:39: Am achtzehnten Juli des Jahres, sixteenhundertachtundneunzig setzte sich in Lied die erste Flotte in Bewegung, die aus fünf stolzen Schiffen bestand.
00:06:51: Nach einer beschwerlichen Reise auf dem Ozean erreichten die Auswanderer am zweiten November schließlich die Küste von Darienn.
00:07:00: Als ersten festen Stützpunkt errichteten sie am Golf von Darien das Four Saint Andrews.
00:07:07: Danach begannen die Männer und Frauen damit, den dichten unwegsamen Urwald zu roden um Platz für die geplante Siedlung New Edinburgh zu schaffen und erste Felder für die Selbstversorgung anzulegen.
00:07:21: Der dichte Urwald von Darian erwies sich jedoch als fast undurchdringlich was die Rodungsarbeiten extrem mühsam machte.
00:07:31: Jeder Schritt in diesem fremden Terrain musste den Kolonisten hart abgerungen werden, während die Hitze unerträglich auf ihnen lastete.
00:07:41: Die anfängliche Euphorie wich bald einer Herbenenttäuschung.
00:07:45: Der Standort stellte sich als extrem ungesund heraus da das sumpfige Gelände von Myriaden moskitoartiger Insekten bevölkert und von Malaria verseucht war.
00:07:57: Die benachbarten Kuna-Indianer mieden die Gegend aus gutem Grund.
00:08:02: Doch den schottischen Siedlern fehlte dieses Wissen.
00:08:05: Hinzu kam, dass die Böden für den Ackerbau kaum geeignet waren und die mitgebrachten Lebensmittelvorräte in der extremen Feuchtigkeit des tropischen Regens schnell zu verrotten begannen.
00:08:19: Das schwülheiße Klima forderte von den gut twelvehundert Siedler einen hohen Tribut.
00:08:26: Hunger und Krankheiten breiteten sich rasch aus, sodass bald täglich bis zu zehn Menschen verstarben.
00:08:34: Die Nächte im Dschungel waren erfüllt von den Geräuschen einer fremden Tierwelt die den Siedlern oft den Schlaf raubte.
00:08:42: Die ursprüngliche Geschäftsidee Waren über den Istmus zu den Pazifikhäfen zu transportieren ließ sich nicht umsetzen da die dafür notwendigen Handelsschiffe ausblieben.
00:08:54: In ihrer Not suchten die Siedler Unterstützung bei den englischen Kolonien in der neuen Welt.
00:09:01: Eigentlich hätte König William seine schottischen Untertanen ebenso unterstützen müssen, wie seine englische Bürger – doch politische Erwägungen sprachen dagegen.
00:09:11: Er wollte unter keinen Umständen einen Konflikt mit Spanien heraufbeschwören, dass die Region als Teil seines Kolonialreichs beanspruchte und die schottische Ansiedlung als illegale Provokation betrachtete.
00:09:26: Infolge dessen erhielten die Gouverneure der englischen Gebiete, von Massachusetts bis hinunter nach Jamaika den strikten Befehl, den Schotten keinerlei Beistand zu gewähren.
00:09:38: Eine Delegation aus New Caledonia –die in Port Boyle auf Jamaica verzweitelt um Lebensmittel-und Hilfe bat– wurde deshalb abgewiesen.
00:09:49: Von ihrem König und den Nachbarn im Stich gelassen, entschieden sich die wenigen verbliebenen Siedler im Juli-sächzehnhundertneunundneunzig zur Aufgabe der Kolonie.
00:10:00: Die Schiffe befanden sich in einem schlechten Zustand – und nur eines von ihnen schaffte es schließlich mit etwa dreihundert Überlebenden zurück in die schottische Heimat.
00:10:11: Währenddessen war eine zweite Flotte mit weiteren Eintausend Einhundert Siedlern bereits unterwegs da man in Schottland noch keine Kenntnis vom tragischen Ende der ersten Expedition hatte.
00:10:23: Diese Menschen gingen am dreißigsten November, sixteenhundertneunundneinzig an Land.
00:10:29: Fanden jedoch nur noch die verlassenen Ruinen ihrer Vorgänger vor.
00:10:34: Dennoch machten sie sich mit bewundernswertem Mut an den Wiederaufbau von New Edinburgh.
00:10:40: Doch ihr Schicksal war besiegelt als spanische Truppen das Gebiet Angriffen und dass Fort St Andrews belagerten.
00:10:49: Im März des Jahres seventeenhundert sahen sich die letzten schottischen Verteidiger gezwungen vor den Spaniern zu kapitulieren und ihre Träume von einer schottischem Herrschaft in Amerika endgültig aufzugeben.
00:11:05: Folgen des Scheiterns des Projektes In Schottland weigerte man sich zunächst, den ersten Berichten aus Spanien über den Untergang der Kolonie New Caledonia glauben zu schenken.
00:11:19: Erst im Laufe des Jahres seventeenhundert wurde den Beteiligten schmerzlich bewusst, dass das gesamte Projekt endgültig gescheitert war.
00:11:30: Von dem gezeichneten Gesamtkapital in Höhe von vierhunderttausend Pfund waren bis zum Ende der Kolonie etwa einhundertdreiundfünfzigtausen Pfund tatsächlich eingezahlt worden.
00:11:44: Historiker schätzen heute dass zwischen einem Viertel und der Hälfte des gesamten flüssigen schottischen Volksvermögens in die Company of Scotland investiert worden war.
00:11:56: Der Verlust dieser gewaltigen Summe bedeutete für viele Anleger den Bankrott, stürzte die Staatsfinanzen in eine tiefe Krise, die selbst durch geschickte Finanzexperten wie John Law nicht gelöst werden konnte.
00:12:12: In dieser Phase der nationalen Erschöpfung sah Königin Anne die Möglichkeit, Die Unabhängigkeit Schottlands dauerhaft zu beenden.
00:12:22: In den Jahren seventeenhundertsechs und siebzehnthundertsieben wurde der Act of Union ausgehandelt – durch den England die schottischen Staatsschulden übernahm.
00:12:34: Im Gegenzug wurde Schottland Teil einer Zollunion mit England und seinen übersehischen Gebieten.
00:12:41: Dass der Unionsvertrag im schottischem Parlament im Februar seventehundertsieben Mit onehundertzehn zu neunundsechzig Stimmen angenommen wurde, führen viele darauf zurück, dass zahlreiche Abgeordnete durch das Darien-Projekt hohe Summen verloren hatten.
00:13:00: Da der Vertrag ihnen eine finanzielle Entschädigung in Aussicht stellte, stimmten sie für die Vereinigung der beiden Reiche.
00:13:07: – Literarische Verarbeitung.
00:13:14: Das Thema wird auch in der Literatur aufgegriffen.
00:13:18: Susanna Kersley thematisiert die historischen Ereignisse rund um das schottische Vorhaben in ihrem Roman mit dem Titel Das Schottische Vermächtnis.
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