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Kottabos

Shownotes

Antikes Geschicklichkeitsspiel bei Trinkgelagen...
Mach's dir bequem und kuschel dich ein!

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Die Episode basiert auf Inhalten von Wikipedia:
https://en.wikipedia.org/wiki/Kottabos
Inhalte wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet.
CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Transkript anzeigen

00:00:00: Der Kotterboss.

00:00:03: Kotterbus bezeichnet ein im antiken Griechenland und bei den Etruskan weitverbreitetes Geschicklichkeitsspiel, das vor allem im sechsten- und fünften Jahrhundert vor Christus – bei den feuchtfröhlichen Symposien – den abendlichen Trinkgelagen der Oberschicht gepflegt wurde.

00:00:24: Ziel des Spiels war es —den Bodensatz des Weines— die sogenannten Weinhefen mit Schwung aus dem Becher auf ein Ziel in der Mitte des Raumes zu schleudern.

00:00:36: Denjenigen, die dabei Erfolg hatten, winkten verschiedene Belohnungen, die unter der Bezeichnung Cotabion zusammengefasst wurden und aus Kuchen, Süßigkeiten oder auch Küssen bestehen konnten.

00:00:51: Zahlreiche antike Schriftsteller wie Dionysius Chalcus, Alcaios, Anacrion und Pindar sowie Bachylides und die großen Dramatiker, Aeskylos, Sophocles und Euripides erwähnen das Spiel in ihren Werken regelmäßig.

00:01:09: Auch bei Aristophanes und Antiphanes finden sich vertraute Anspielungen auf diese Praxis, die zudem häufig auf zeitgenössischen rotfigurigen Vasen abgebildet ist.

00:01:22: Spätere Erwähnungen aus der römischen und aleksandrinischen Zeit deuten darauf hin, dass diese Mode schließlich abflaute.

00:01:31: Und in der lateinischen Literatur ist das Spiel fast völlig unbekannt.

00:01:36: Für den Erfolg war eine erhebliche Geschicklichkeit erforderlich – wobei außergewöhnliches Talent ebenso hochgeschätzt wurde wie die Meisterschaft im Speerwerfen.

00:01:47: In Sizilien wurden sogar spezielle kreisförmige Gebäude errichtet, damit sich die Teilnehmer gleichmäßig um das Ziel herum verteilen und in rascher Folge nacheinander zum Wurf ansetzen konnten.

00:02:01: Da das Spiel auch ein Element des Zufalls enthielt, galt es oft als Vorzeichen für künftige Erfolge – besonders in Liebesangelegenheiten.

00:02:12: Manchmal wurde die Spannung durch wertvoller Einsätze oder die Anwesenheit bestimmter Begleiter beim Symposium noch gesteigert.

00:02:23: Herkunft Der Ursprung dieser spielerischen Tradition scheint in Sizilien oder im Land der Sikeler zu liegen.

00:02:31: Von wo aus sie sich über das gesamte griechische Mutterland von Thessalien bis nach Rodos verbreitete und besonders in Athen große Beliebtheit erlangte?

00:02:42: Ein deutlicher Hinweis auf diese Wurzeln findet sich auf einem antiken Gefäß des Malers Euphronios, dass vier Heteren zeigt.

00:02:52: Eine dieser Frauen namens Smigra wird dabei dargestellt, wie sie ihren Becher wie eine geübte Spielerin schwingt.

00:03:01: Die Inschrift neben ihrer Figur ist im dorischen Dialekt verfasst – der typisch für die griechischen Bewohner Siziliens war.

00:03:11: Spielregeln.

00:03:13: In einem seiner Stücke beschrieb Der Dichter Antifanes die korrekte Körperhaltung für den Wurf sehr präzise.

00:03:21: Der Spieler steckt den Zeigefinger der rechten Hand durch den Henkel des Trinkbechers während die Handfläche nach oben zeigt und die übrigen Finger gespreizt werden, ähnlich wie beim Spiel auf einer Flöte.

00:03:35: In einer liegenden Position auf dem Speisesofa stützt man sich auf den linken L-Bogen und schleudert die Weinhefen allein durch eine Bewegung des rechten Unterarms in Richtung des Ziels.

00:03:50: Cortabos catactos Bei der klassischen Variante des Spieles, oder auch als Spiel mit der Stange bekannt ist, dient eine kleine Metallscheibe namens Plastings als Ziel.

00:04:06: Diese Scheibe wird horizontal auf der Spitze eines hohen Kandelabers aus Branche ausbalanciert.

00:04:13: In etwa der Mitte des Stenders befindet sich eine zweite deutlich größere Scheibe die als Mahnes bezeichnet wird.

00:04:22: In manchen Ausführungen kam anstelle der einfachen Spitze eine kleine Brance-Statuette zum Einsatz auf deren ausgestreckten Armen oder auf deren Kopf die Plastingsroute.

00:04:35: Da Manes ein gebräuchlicher Name für frügische Sklaven war, liegt eine Verbindung zwischen dem Namen der Scheibe und dieser kleinen Figur nahe.

00:04:45: Allerdings berichten Quellen wie Antifanes das die herabfallende Plastins mit einem lauten Geräusch auf die Manesscheibe treffen sollte was gegen die Theorie spricht dass die Statuette selbst so genannt wurde.

00:05:00: Die Kunst des Spielers bestand darin, die Weinreste so geschickt aus dem Becher zu schleudern dass die Flüssigkeit im Flug nicht zerstäubte.

00:05:09: Sondern als geschlossener Strahl die Plastinkstraf.

00:05:13: Ein erfolgreicher Wurf sorgte dafür das die kleine Scheibe herabstürzte und beim Aufprall auf die darunter liegende Metallplatte ein helles Glockenähnliches Geräusch erzeugte.

00:05:27: Sowohl für den geworfenen Wein, als auch für diesen spezifischen Klang wurde in der Antike der Begriff Latax verwendet.

00:05:37: Variationen Obwohl die Ausführung mit dem hohen Ständer als die traditionellste und vornehmste Form galt, entwickelten sich im Laufe der Zeit verschiedene Abwandlungen, die bei den Teilnehmern der Trinkgelage ebenfalls hoch im Kurs standen Kotterboss mit Oxibapha.

00:06:02: Eine alternative Spielweise wird als Kotter-Boss in der Schale oder Kotterboß die Oxibaphon bezeichnet, wobei das Ziel eine mit Wasser gefüllte Schüssel ist.

00:06:15: Auf der Wasseroberfläche lässt man kleine flache Tonschälchen schwimmen – die sogenannten Oxibapa!

00:06:22: Die Herausforderung für die Gäste besteht nun darin, die Weinhefen so auf diese Gefäße zu zielen dass sie mit Wein gefüllt werden und untergehen.

00:06:33: Da diese Form des Spiels im Vergleich zur Stangenvariante als einfacher galt, gewann derjenige dem es gelang die meisten Schälchen zu versenken.

00:06:44: Interessanterweise ist diese Variante auf antiken Wasenbildern nur selten zu finden – was wahrscheinlich daran liegt, das es für die Maler technisch sehr schwierig war, mit darin schwimmenden Objekten perspektivisch korrekt darzustellen.

00:07:06: Kombination aus Kataktos und Oxibapha.

00:07:11: In Italien wurde ein besonderes Gerät aus etruskischer Fertigung entdeckt, das Elemente beider Spielarten harmonisch miteinander verbindet.

00:07:21: Dieser bronzene Ständer verfügt sowohl über eine hohe Stange für die klassische Wurfvariante als auch über ein größeres Becken am unteren Ende.

00:07:32: In diesem Becken konnten vermutlich die kleinen Tonschälchen zu Wasser gelassen werden, sodass die Spieler je nach Vorliebe beide Varianten an dem selben Möbelstück ausüben konnten.

00:07:47: Versunkenes Kotterboss.

00:07:50: Die Erforschung der technischen Details des versunkenen Kotterboß gestaltete sich über lange Zeit schwierig bis archäologische Funde in Umbrien mehr Licht in die Sache brachten.

00:08:03: Im Jahr knapp vor eighteenhundertneunzig entdeckte Wolfgang Helbig in etruskischen Gräberfeldern bei Perugia zwei vollständige Apparaturen, die zusammen mit Darstellungen auf griechischen Wasen die teils rätselhaften antiken Berichte erklärten.

00:08:21: Ein solcher Apparat – das Cotabéon – bestand im Wesentlichen aus vier Teilen einer bronxenden Stangenamens Raptus Der kleinen Zielscheibe Plastinks, einem größeren Teller der Lekanis genannt wurde und der Bronzefigur des Manes.

00:08:42: Die Raptus verfügte über eine flache Basis für einen sicheren Stand und verjüngte sich nach oben hin zu einem stumpfen Ende auf dem die Plastings oder die Figur balanciert werden konnte.

00:08:55: Etwa auf zwei Dritteln der Höhe war die Stange von der großen Lekanes umschlossen.

00:09:01: Eine spezielle Vorrichtung an der Spitze hielt den Mahnes fest.

00:09:07: Eine kleine Männerfigur, die oft mit erhobenem rechtem Arm und Bein dargestellt war – und manchmal ein Trinkhorn hielt!

00:09:16: Auf Basis dieser Funde kam hellbisch zu dem Schluss das mit diesem speziellen Gerät insgesamt drei verschiedene Spielarten möglich waren, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Treffsicherheit der Gäste stellten.

00:09:33: Methode Nummer eins.

00:09:36: Bei der ersten Spielweise wurde die kleine Plastings direkt auf der Spitze der bronzenden Stange positioniert, während sich die große Lekanes ein Stück darunter befand.

00:09:47: Die Teilnehmer versuchten nun so viel Wein in die Plastiks zu befördern dass diese durch das Gewicht aus dem Gleichgewicht geriet und mit einem vernehmlichen Krachen auf den darunter liegenden Teller stürzte.

00:10:06: Die zweite Variante folgte im Grunde demselben Prinzip wie die erste Methode.

00:10:11: Enthielt jedoch eine zusätzliche Erschwerung.

00:10:15: Hierbei war das Ziel so gewählt, dass die herabfallende kleine Scheibe auf ihrem Weg nach unten die Bronzefigur des Mahnes berühren oder treffen musste bevor sie schließlich auf der Likanis zum Liegen kam.

00:10:34: In der dritten Ausführung wurde die kleine Bronzefigur des Mahnes fest auf der Spitze der Stange installiert, anstatt die Plastings dort zu balancieren.

00:10:46: Bei dieser Version diente die Figur selbst als direktes Ziel – auf das die Weinhefen geschleudert wurden – was eine besonders präzise Wurfführung von den liegenden Gästen verlangte.

00:11:00: Kotterbos mit fallusköpfigem Vogel Eine sehr ungewöhnliche Form des Spiels wird auf einer rotfigurigen Schale des Malers Apollodoros gezeigt, die eine ganz andere Art von Zielobjekt darstellt.

00:11:16: Die abgebildeten Teilnehmer eines Trinkgelages zielen hierbei auf einen Vogel mit einem fallischen Kopf der auf einem Dreifuß in mitten einer flachen Pfanne thront.

00:11:29: Da die Pfanne ausdrücklich mit dem Wort Kotterboss beschriftet ist besteht kein Zweifel an der Zuordnung des Spiels.

00:11:37: Dieses einzigartige Zielobjekt unterstreicht deutlich die erotische Komponente, die sowohl dem Spiel als auch dem gesamten Symposium innewohnte – Der Kotterboss Trinkspruch.

00:11:53: Ein wesentliches Element der Zeremonie war der Trink-Spruch den der Spieler unmittelbar vor dem Wurf der Weinhefen ausstieß.

00:12:02: Diese Worte waren meist als Widmung an eine Person gedacht für die man Zuneigung empfand und fungierten oft als eine Art Liebesorakel.

00:12:13: Durch die Wittmung stellte der Werfer eine Frage nach dem künftigen Erfolg in der Liebe, die durch den Ausgang des Wurfs symbolisch beantwortet wurde.

00:12:23: Dies verdeutlicht die tiefe Verbindung zwischen dem Spiel und dem Bedürfnis nach Bindung innerhalb der Gemeinschaft eines Symposiums.

00:12:32: Eine der bekanntesten Inschriften dieser Art befindet sich auf dem Gefäß des Euphronios, auf dem die Heteris Micra ihren Wurf einem jungen Mann namens Leagros widmet.

00:12:45: Mit den Worten das sie diesen Wurf für ihn ausführe richtet sie sich an einen der damals populärsten Jünglinge Athéns dessen Name häufig auf Wasen jener Epoche als Schönheitsideal auftaucht.

00:13:01: In einigen Darstellungen nutzten die Maler sogar Götterfiguren um diese Wittmungen zu verbildlichen.

00:13:07: So zeigt ein Gefäß des Kopenhagenmalers den Gott Dionysos als Spieler, während eine Inschrift neben seinem Arm die Worte trägt, dass dies für jemanden bestimmt sei.

00:13:20: Ein begleitender Satür vervollständigt den Satz mit dem Namen Lykos – einem weiteren damals sehr bekannten jungen Mann.

00:13:29: Hier fungiert die Gottheit offenbar als Sprachrohr.

00:13:36: Auf einer anderen Schale scheint der Schriftzug, der einen Knaben als schön preist, förmlich aus dem Becher des Spielers zu entspringen und der Flugbahn des Weines zu folgen.

00:13:47: Rein symbolisch betrachtet stellt das Spiel eine Störung des Gleichgewichts dar wenn die Scheibe fällt oder die Schälchen sinken.

00:13:57: Dieses Zerbrechen der Balance spiegelt die Unsicherheit wieder, die man in der Gegenwart eines geliebten Menschen empfinden kann.

00:14:06: Wenn das Gleichgewicht durch einen Treffer absichtlich gebrochen wird, gilt das Geräusch der fallenden Scheibe oder das Versinken im Wasser als glückliches Ohmen.

00:14:17: Ein gelungener Wurf signalisierte demnach, dass die Zuneigung des Spielers erwidert werden würde – oder man bei der Umwerbung junger Männer und Frauen erfolgreich sein würde.

00:14:30: Weibliche Kotterbossspieler.

00:14:33: Üblicherweise waren Frauen eher selten die Empfänger solcher Widmungen Weshalb Darstellungen von weiblichen Spielern, wie die der Heteren bei Euphronios, von manchen Forschern als humoristischer Kommentar gedeutet werden.

00:14:49: Es gibt jedoch auch die Theorie dass es sich bei diesen Frauen um Spartanerinnen handeln könnte.

00:14:55: Diese Annahme würde den verwendeten dorischen Dialekt in den Inschriften erklären und zudem das Fehlen von Speisesophas begründen was dem damaligen Klischee der Athena über die spartanische Lebensweise entsprach.

00:15:10: Die Darstellung weiblicher Teilnehmer an solchen Gelagen diente oft als komisches Motiv, ähnlich wie es bei einigen schwarzfigurigen Vasen der Fall ist – die etruskische Frauen zeigen.

00:15:24: Nach der damaliger Vorstellung der Athena galten sowohl spartane und etruske Frauen als weniger zivilisiert was ihre Teilnahme an solchen Spielen in den Augen der Betrachter als ungewöhnlich oder gar belustigend erscheinen ließ.

00:15:43: Die Kotterboss-Schale in Oxford.

00:15:46: Während für das Spiel normalerweise ganz gewöhnliche Trinkschalen verwendet wurden, wie man sie auf zahlreichen Vasenbildern sieht existiert in Oxford ein ganz besonderes Exemplar.

00:16:00: Diese einzigartige Schale besitzt anstelle des üblichen Standfußes eine kegelförmige Projektion an der Unterseite, was sie als speziell für das Spiel angefertigtes Gerät ausweist.

00:16:15: Deutliche Abnutzungserscheinungen an den Hänkeln passen exakt zu der Art und Weise wie ein Spieler den Becher halten würde um den Wein optimal zu schleudern.

00:16:28: Dank ihres ungewöhnlichen Fußes konnte diese Schale bequem als persönliches Spielgerät zu verschiedenen Symposien mitgeführt werden, was darauf hindeutet dass es echte Enthusiasten gab die großen Wert auf ihr eigenes perfekt ausbalanciertes Equipment legten.

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