Burgunden
Shownotes
Ein Volk zwischen Wanderung, Macht und dem Erbe eines legendären Reiches…
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00:00:00: Burgunden.
00:00:02: Das Volk oder der Kriegerverband der Burgunden, auch Burgunder genannt wird traditionell zu den Ostgermanen gerechnet.
00:00:10: In der Spätantike gründeten burgundische Krieger an der Rhone ein eigenständiges Föderatenreich das im sechsten Jahrhundert in Frankenreich aufging.
00:00:19: Ein früherer Versuch am Rhein ein burgundisches Regnum zu schaffen war im Jahr fourhundertsechs und dreißig gescheitert.
00:00:29: Herkunft frühestes Auftreten Plinius der Ältere nennt die Burgunden zuerst unter der Bezeichnung Burgundiones und beschreibt sie als Teilvolk der Vandilia.
00:00:41: Tacitus erwähnt sie nicht, Der Geograph Ptolemaeus überliefert für die Mitte des zweiten Jahrhunderts Die wichtigste antike Angabe zu ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet Östlich der Semnonen Und nördlich der Lugier Zwischen Weichsel und dem Fluss, der heute dem Oder-Spray-Hafelunterlauf entspricht.
00:01:03: Das entspricht dem heutigen westlichen Polen und Teilen Brandenburgs.
00:01:08: Archäologisch lassen sich frühe Burgundenfunde vielleicht der Lebus Lausitzgruppe oder Lubos Zyze Kultur zuordnen, mit Schwerpunkt an den Mittleren oder in Brandenburg, Westpolen und der Lausiz.
00:01:22: Paulus Diaconus nennt in dieser Großregion ein Gebiet vor Gundaib, indem sich die Langobarden auf ihrem Marsch zeitweise aufhielten.
00:01:31: Ptolemeus gibt an dass das Burgundengebiet bis zur Weichsel reichte und südlich der Logierbund lag.
00:01:38: Süßlich der Weichsell beschreibt er in der Reihenfolge Küste bis Süden die Veneda, die Gütonen und weiter südlig die Frogondionen, die vielleicht ein Teilstamm der Burgunden waren und sich zum Schutz den Goten anschlossen.
00:01:53: Der spätantige Historiker Zosimos erwähnt um zweihundertsechsundfünfzig Gruppen namens Urogunten beim Einfall verschiedener Völker an der unteren Donau.
00:02:05: Eine östliche Gruppe der Burgunden breitete sich offenbar bis zum Asophischen Meer aus und ging nach einer schweren Niederlage gegen die Goten um zweihundertneinundneunzig in den Hunnen auf.
00:02:17: Wie bei vielen Gruppen der Spätantike wanderten nicht ganze Völker, sondern oft nur kleinere Gruppen, aus denen sich bei Erfolg größere Verbände formten, die sich stets neu zusammensetzten.
00:02:32: Die moderne Forschung geht davon aus, dass solche Großstämme häufig erst durch den Kontakt mit dem römischen Reich entstanden.
00:02:40: Der Name der Insel Bornholm lautete im altnordischen Burgundaholmer – Insel der Burgunden und wurde später als Zwischenstation auf ihrem Weg in das Weichselgebiet gesehen.
00:02:53: Die Vorstellung einer echten ZwischenStation und die Herkunft der Burgunten von Bornholm sind in der Forschung umstritten.
00:03:02: Völkerwanderung Während der Südbewegung vieler germanischer Gruppen verließen offenbar auch Teile der Burgunden ihre Siedlungsgebiete an der Oder.
00:03:12: Die erste sichere Erwähnung burgundischer Krieger im Rhein-Donau-Gebiet stammt aus dem Jahr twohundert achtundsiebzig, damals kämpften sie verbündet mit Vandalen unter ihrem Anführer Igilos und wurden von den Römern unter Kaiser Probus am Fluss Ligus vermutlich dem Lech bei Augsburg geschlagen.
00:03:33: Nach dieser Niederlage traten die Burgunden als östliche oder nördliche Nachbarn der Allermannen auf und besiedelten Gebiete am Main, die durch den Abzug der Allermannen ins Dekumatland leer geworden waren.
00:03:46: Zweihundertsechsundachzig fielen Burgunden zusammen mit Allermanen, Herulan- und Chaibonen nach Gallien ein.
00:03:53: Zweihundertneinundneunzig wird erstmals von Streit zwischen Burgunden und Allermanern berichtet, als Burgunden in allermanisches Gebiet eindrangen.
00:04:03: Im vierten Jahrhundert Als die Kämpfe zwischen Römern und Allermannen heftiger wurden, traten die Burgunden häufiger als Verbündete der Römer gegen die Allermannen auf.
00:04:14: Nach dem Abzug großer Teile der römischen Truppen vom Rhine im Jahr fourhundert eins war der Übergang über den Fluss offen.
00:04:23: Der Rhinübergang bei Mainz am dreißigsten Dezember vierhundert sechs leitete vermutlich die Besetzung des nördlichen Allermannenlandes bis zum unteren Neckar ein.
00:04:36: Verbliebene römische Truppen und die inweströmischen Diensten stehenden Franken wurden von Vandalen, Sueben, Alahnen und Burgunden überrannt.
00:04:45: Die Gründe sind umstritten.
00:04:47: Einige Forscher vermuten, Burgunden und Vandalern seien vor den Hunnen geflohen.
00:04:52: andere sehen einen Zusammenhang mit den Bürgerkriegen im weströmischem Reich.
00:04:57: Wo genau die Burgunden vor vierhundert sechs siedelten ist trotz intensiver Forschung noch weitgehend unklar.
00:05:05: Aus dem Gebiet um Kocher und Jagst fehlen Ostgermanische Funde, obwohl dort nach zeitgenössischen Berichten um Salzquellen gestritten wurde.
00:05:15: Ostgermanische Fünde bei der Wettenburg bei Urfa deuten darauf hin, dass burgundische Einheiten in römischen Diensten dort stationiert waren.
00:05:24: Dort wurde sogar der Sitz eines burgundischen Reks oder ein ostgermanisch-burgundisches Föderatenlager vermutet.
00:05:31: Wahrscheinlich lag das burgundische Territorium seit dem Ende des vierten Jahrhunderts im Meinmündungsgebiet und im Bereich vom unteren Neckar bis zum Rhein.
00:05:44: Burgundenreich am Rhein.
00:05:47: Nach dem Übergang über den Rhein zogen die burgundischen Krieger nicht weiter nach Galien.
00:05:53: Sie schlossen, wie auch die Allermannen und Franken einen Vertrag mit dem römischen Usopator Konstantin III der ihnen im Gegenzug Nahrungsversorgung zusicherte.
00:06:05: Wohin genau sie sich später niederließen, ist umstritten.
00:06:10: Im Jahr Vierhundert Elf hoben die Burgunden unter ihrem Anführer Gundahar – auch Gundihar oder Guntherhar genannt – zusammen mit Alanem und Agoa einen Gegenkeiser aus, genannt Jovinus.
00:06:25: Ältere Forscher setzten den Ort Mundiacum mit Mainz gleich.
00:06:28: heute wird das angezweifelt.
00:06:31: Für das Jahr fourhundertdreizehn berichtet ein Chronist von der Ansiedlung burgundischer Krieger am Rhein.
00:06:37: Offenbar wurde der Bündnisvertrag erneuert und diesmal mit Kaiser Flavius Honorius geschlossen.
00:06:45: Die Burgunden verpflichteten sich, gemeinsam mit weströmischen Truppen als Foyderati die Reingrenze zu sichern.
00:06:52: Etwa zwanzig Jahre lang funktionierte dieses Abkommen recht gut Und Westrom konnte den Rhein noch einmal beherrschen.
00:07:00: einige Forscher sehen Hinweise auf burgundische Hilfstruppen in römischen Grenzbefestigungen.
00:07:06: Ein spätantiker Autor schrieb, die Burgunden seien Christen und mittlerweile Beschützer der Römer – und er gab eine falsche Herkunftsdeutung des Namens Burgundi.
00:07:18: Als Gundahar versuchte seinen Machtbereich nach Westen auszudehnen, geriet er in Konflikt mit den Römern.
00:07:32: ein burgundisches Heer, das sich nach Osten zurückziehen musste.
00:07:37: Ein Jahr später zerstörten hunnische Hilfstruppen Westroms, dass Burgundenreich am Rhein endgültig Gundahar wurde getötet.
00:07:46: Dieses Ereignis bildete den historischen Kern der Nibelungensage.
00:07:50: Thila – Das Vorbild für den Mittelhochdeutschen Etzel spielte in Wirklichkeit keine Rolle beim Untergang des rheinischen Burgundenreiches.
00:08:00: Im Nibelungenlied, das um twelvehundert entstand heißen die Leute Burgonten und ihr König Gunther, sein Sitz wird in Worms genannt.
00:08:10: Das Burgund des zwölften Jahrhunderts lag anderswo – etwa um Arles und um Dijon.
00:08:17: Während die historischen Burgunder des fünften Jahrhunters einige Jahre nach der Zerschlagung ihres Reiches südlich des Genfer Sees angesiedelt wurden.
00:08:28: Zur Unterscheidung nennt die Forschung das Volk der Sage Burgunden und das historische Volk Burgunda.
00:08:36: Umsiedlung nach Savoyen, Ausdehnung ins Rhonetal, Biel und Frankreich.
00:08:44: Im Jahr fourhundertsechsunddreißig erlitten die burgundischen Krieger eine verheerende Niederlage gegen die Römer und Hunnen was zur Neugruppierung der Überlebenden führte.
00:08:54: Sie strebten danach wieder in kaiserliche Dienste zu treten.
00:08:59: Deshalb wurden sie vierhundertdreiundvierzig als Fuederati angesiedelt wohl nach römischem Einquartierungsrecht, in der heutigen Westschweiz und in der Sapaudia.
00:09:10: Diese südöstliche Region der Provinz Maxima-Sekvanorum umfasste Genf, Hoch Savoyen die WestschWeiz und Teile des Schweizer Mittellandes bis zur Mündung der Ahre in den Rhein vielleicht bis zum Bodenseeraum.
00:09:25: Den Versuch in Richtung Mittelmeer vorzudringen scheiterte am Widerstand der dort bereits siedelnden Westgoten.
00:09:33: Vierhundertfünfzig kämpften die Burgunden an der Seite Aetius auf den katalaunischen Feldern gegen Attila.
00:09:41: Danach suchten sie eine engere Anbindung an das römische Reich.
00:09:46: Ab dem Jahr Fünfhundert verbündeten sich Klotwig, der Erste und Godegisil, König von Besançon, gegen dessen Bruder Gundebald.
00:09:55: Klotwig nutzte die Rivalitäten unter den vier Söhnen von Gundjoch – vierhundredsechsunddreißig bis vierhundertdreiundsiebzig um seinen Einfluss in den neuen burgundischen Sitzen in der Sapaudia auszudehnen, ohne das Gebiet zu besetzen.
00:10:11: Seine Frau Klothilde stammte aus dem Burgundischen Geschlecht und war Nichte des angegriffenen Gundibald.
00:10:19: Gundibalt versprach Klodwig Tribute – was es Klodwich ermöglichte – seinen verräterischen Bruder bis nach Avignon zu verfolgen, wo er ihn stellte und tötete.
00:10:32: Das Burgundenreich an der Rhone Nachdem das Verhältnis zu den Goten kurzzeitig entspannter war, wurden die Burgunden fünfhundertsieben vom König des Ostgotenreiches Theodorich dem Großen militärisch geschlagen.
00:10:47: Unter König Gundobath konnten sie bald wieder ihr Herrschaftsgebiet entlang der Rhone ausweiten.
00:10:54: Das Reich umfasste die heutige Westschweiz und das heutige Burgund in Frankreich sowie deutschsprachige Gebiete westlich von Soloturn zwischen Jura und Are Darunter Basel, Biel, Bern und Fribourg.
00:11:08: Außerdem das Wallis, Auster, Savoyen die Dauphiné und das Rhonetal bis nach Avignon.
00:11:16: Bundobad ließ fünfundundsechzehn das geltende Recht in der Lexburg-Undionum niederlegen – eine Mischung aus römischen Provinzrecht und germanischen Einflüssen.
00:11:27: Die Burgunden wurden schnell von der romanischen Bevölkerung assimiliert Und ihre Einwanderung veränderte die Sprachgrenze nicht langfristig Anders als die spätere Einwanderung der Allermannen.
00:11:40: Zum oströmischen Kaiser, dem formellen Oberherren unterhielten sie gute Beziehungen.
00:11:46: Deshalb bekamen die Regis der Burgunden den Titel Magister Militum.
00:11:52: Unter den folgenden Herrschern Sigismund Der auch den römischen Ehrentitel Patrizius trug und Gundomar geriet das Reich wieder in den Konflikt zwischen Franken- und Ostgoten Und wechselte die Seiten.
00:12:04: Fünfhundertdreiundzwanzig und fünfhundertvierundzwanzig griffen die fränkischen Mero-Winger das Burgunderreich an, und die Burgunden suchten Schutz beim Ostgoten Reich Theoderichs in Italien.
00:12:17: Nach Theodorichstod, fünfundertzechsundzwantig unterlagen die Burgunten fünfhundertzweiunddreißig in der entscheidenden Schlacht von Auton endgültig den Franken – und verloren ihre politische Selbstständigkeit!
00:12:32: Die frankenkönige Clota der Erste Schildebert I. und Teudebert I., teilten das Reich unter sich auf.
00:12:41: Innerhalb des fränkischen Reiches blieb ein Teil bestehen, der als Burgundia bezeichnet wurde – Ein Name, der im Mittelalter berühmt werden sollte.
00:12:53: Heute ist Burgund keine eigenständige politische Einheit mehr sondern eine historische und kulturelle Region im Osten Frankreichs.
00:13:04: Ihr Name lebt vor allem in Landschaft, Traditionen und im starken regionalen Selbstverständnis fort.
00:13:11: International bekannt ist Burgund insbesondere für seinen Weinbau seine Klöster, romanischen Kirchen uns eine Rolle als Kernraum europäischer Kulturgeschichte.
00:13:23: Verwaltungsrechtlich ging das historische Burgund in modernen Regionen auf doch in Geschichtsschreibung Tourismus und kollektiver Erinnerung bleibt es ein Symbol für Macht Reichtum und kulturelle Blüte des Mittelalters.
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